Guggereis 2018


Die Reise beginnt schon sehr früh am Samstag morgen, schliesslich liegen über 300 km vor uns um an unser Ziel im Unterwallis zu gelangen. In der Gartenstadt in Münchenstein müssen wir aber schon den ersten Nothalt einlegen um die leeren Kühlschränke unseres Cars mit Bier und Ice Tea zu befüllen. Scheinbar hat unser sonst sehr erfahrene Chauffeur vergessen wie durstig eine reisende Guggenmusik sein kann. Mit gefüllter Kombüse geht es dann aber ohne Verzögerung weiter. Nach knapp vier Stunden (ein kleiner ungeplanter Umweg über Romont musste auch noch sein) erreichen wir hoch über dem Rhonetal das kleine Dorf Unterbäch. Wir deponieren unser Gepäck im Hotel Bietschhorn und da uns noch ein volles Programm erwartet, schnappen wir unsere Rucksäcke und machen uns gleich auf den Weg.

Wir starten unsere Alpensafari mit einer gemütlichen Sesselliftfahrt von Unterbäch auf die Brandalp, von wo wir die Wanderung entlang des Suonenwegs nach Ginals unter die Füsse nehmen. Nach knapp zwei Stunden sind wir froh endlich auf der Alp Ginals angekommen zu sein. Nebel zieht auf und mit ihm setzt leichter Regen ein, ideales Wetter also um uns bei einem währschaften Racletteplausch zu stärken. Danach messen wir unsere Geschicklichkeit und unser Wissen bei den Alpenspielen. Gefragt sind Treffsicherheit beim Alpengolf, eine Portion Glück beim Leiterspiel, etwas Kraft und Genauigkeit beim Nageln und Gehirnschmalz bei den kniffligen Quizfragen. Gut, können wir nach diesen Herausforderungen den Kopf durchlüften, denn mit dem Trottinett geht es rasant zurück nach Unterbäch. Die Finger werden kalt, die Füsse nass und nicht jeder übersteht die 11 km lange, kurvenreiche Strecke ohne „Bodenkontakt“. Wir kommen aber doch alle (auch die mit dem ÖV angereisten Nachzügler) zusammen im Hotel an und haben noch kurz Zeit um uns aufzuwärmen und für das Nachtessen frisch zu machen.

Wir geniessen ein üppiges 4-Gänge Menü versuchen das Geheimnis der Weinzapfen zwischen Daumen und Zeigefinger zu lösen und verbringen einfach zusammen einen gemütlichen Abend. Nach und nach lichten sich dann die Reihen und nur noch der harte Kern wechselt vom Sääli an die Theke. Eine Schlummerrunde folgt auf die nächste und die Ideen und Gelüste werden immer bizarrer (danke für den Appenzeller!). Aber irgendwann finden auch die Letzten den Weg ins Bett – Gute Nacht Chessilochruächä!

Tagwache! Um 8 Uhr gibt es ein tolles Frühstücksbuffet und die Rangverkündigung von den gestrigen Alpenspielen. Die Podestplätze erhalten je eine gute Flasche Walliser Wein, die hinteren Ränge müssen ihre Kenntnisse über Kanton und Bevölkerung noch etwas auffrischen, aber wer weiss schon was eine "Butitschiffere" ist oder wer kennt schon die genaue Höhe des Bietschhorns?!

Das Wetter macht heute Morgen einen stark verbesserten Eindruck und so starten wir in diesen sonnigen Tag. Mit dem Car fahren wir die Serpentinen wieder hinab nach Visp und dann das Obergoms hinauf auf den Grimselpass. Beeindruckend schön ist die Fahrt durchs Oberwallis und auf der Passhöhe auf 2‘163 m ü. M. gönnen wir uns auf der Sonnenterasse natürlich einen kleinen Apéro und Pommes Frittes gegen den gröbsten Hunger weil gewisse Mitreisende einfach nicht mit den leicht verschobenen Essenszeiten zurechtkommen. Vor der Weiterfahrt schiessen wir noch die obligaten Gruppenphotos und es geht weiter auf der Passstrasse Richtung Berner Oberland. Endlich werden auch die Insassen der hintersten zwei Sitzreihen wieder lebendig und es gibt „Quer-Beet“ Stimmungssound aus dem Handy. Bei Innertkirchen verlassen wir den Bus um die 1,4 km lange, bis zu 200 m tiefe Aareschlucht zu durchwandern. Über schmale Stege und Tunnels führt uns der Pfad durch die enge Klamm – ein tolles Erlebnis welches wir allerdings mit vielen anderen Touristen teilen dürfen. 

Am Westeingang wartet bereits unser Car und im Nu erreichen wir Brienz wo uns der Engel-Wirt auf der Seeterasse willkommen heisst. Es gibt fangfrische Eglifilets und junge Pouletbrüstli und zum Dessert Coupes in allen Variationen. Dann ruft unsere Reiseleitung ein letztes Mal zum Einsteigen und schon befinden wir uns wieder auf dem Heimweg. Im Bus wird es jetzt ruhig und auf die Minute pünktlich steigen wir auf dem Heimatbahnhof in Grellingen aus. Es gibt die grosse Verabschiedung, ein dickes Kompliment an den Chauffeur und ein grosses Dankeschön an die Reiseleitung für dieses abwechslungsreiche und vor allem toll organisierte Wochenende, MERCI VILLMOL!!!


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